Meldungen aus dem Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe

Mit dem I-Pad auf die Kriegsgräberstätte

Jugendliche aus ganz Europa gehen gemeinsam auf Spurensuche

Bünde/Westfalen. "DARUM EUROPA" lautete die Kampagne des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahr 2018.  Doch was bedeutet das Ende des Ersten Weltkrieges für Jugendliche in unterschiedlichen europäischen Ländern konkret? Wie wird erinnert und welche Spuren lassen sich bis heute in der Landschaft und der Kultur entdecken? Diese Frage stellte sich Torsten Klingenberg, Lehrer am Bünder Erich-Gutenberg-Berufskolleg, 2018. Unterstützt durch den pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz und der Plattform "E-Twinning" konnte er Kontakt zu Lehrer*innen aus unterschiedlichen Ländern knüpfen, die sich genau dieselbe Frage stellten. Gemeinsam wollten sie ihren Schüler*innen ermöglichen, die Geschichte(n) Europas zu erleben.

2019 war es dann soweit: Der gemeinsame "ERASMUS+" Antrag wurde bewilligt. Und es stand fest: Der Auftakt sollte in Ostwestfalen stattfinden. Leider machte die Corona-Pandemie den Lehrer*innen und ihren Schüler*innen einen Strich durch die Rechnung: Statt gemeinsam in Ostwestfalen zu forschen, musste nun zunächst jede Schule in dem jeweiligen Heimatort Biografien recherchieren, Denkmäler und Archive besuchen.

Eine Vorarbeit die sich lohnen sollte. Am 14.11.2021 konnten sich endlich 38 Jugendliche und ihre Lehrer*innen aus Deutschland, Frankreich, Kroatien, Portugal und Rumänien in Bünde treffen. Die Schüler*innen erwartete ein rundes Programm, das sie auf den Spuren von Menschen aus dem Ersten Weltkrieg von Ostwestfalen nach Flandern in Belgien führte.

Eine Station war die Kriegsgräberstätte Minderheide im ostwestfälischen Minden, auf der über 700 Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg bestattet sind und deren Biografien die Dimensionen des Ersten Weltkrieges erahnen lassen. So liegen hier unter anderem Aramäer, eine ethnische Minderheit, die ebenso wie die Armenier im Gebiet des Osmanischen Reiches lebte. Das Osmanische Reich war Bündnispartner des Deutschen Reiches. Also warum sind unter den Kriegsgefangenen des Lagers Minderheide Aramäer zu finden? Die Jugendlichen wussten hier die richtige Antwort: Die hier bestatteten Aramäer kämpften auf der Seite Russlands gegen das Deutsche Reich und erhofften sich so die Unterstützung Russlands und Schutz vor dem Osmanischen Reich, das sie ebenso wie die Armenier verfolgte.

Die Geschichten und Biografien der Kriegsgefangenen sind komplex. Die Vermittlung dieser an über 40 Schüler*innen und Lehrer*innen mit unterschiedlichem Ausgangswissen und sprachlichen Kompetenzen wurde ermöglicht durch das neue I-Pad-Projekt des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Durch 22 englischsprachige Aufgaben und Quiz-Fragen, die durch die Bildungsreferentin Hanna Hittmeyer in einer App erstellt worden sind, konnten die Jugendlichen die Kriegsgräberstätte spielerisch in ihrem eigenen Tempo erkunden. Aufkommende Fragen konnten durch Sprachnotizen festgehalten und dann gemeinsam in großer Runde aufgearbeitet werden.

Das neue I-Pad Projekt konnte hier sein großes Potential aufzeigen: Jugendliche werden angeregt sich selbstständig mit Kriegsgräberstätten auseinanderzusetzen, genauer hinzugucken und eigene Fragen zu entwickeln. Das I-Pad-Projekt des Landesverbandes NRW wurde durch zahlreiche Förderer ermöglicht: die Stiftung Gedenken und Frieden, die Stiftung Familie Berghe von Tripps „Hilfe für die Jugend“, die Evangelischen Landeskirche von Westfalen und die Evangelischen Kirche im Rheinland.

 

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